19 - 21 Monate

Je früher, desto besser: Im Gehirn deines Kindes entwickeln sich bereits mathematische Fähigkeiten

Die Neurowissenschaftlerin Gillian Starkey erforscht die Entwicklung mathematischer Fähigkeiten im Gehirn von Kindern. Wir haben sie gefragt, was Eltern von Kleinkindern unbedingt wissen sollten.

Dies ist dabei herausgekommen: Starkey ist überzeugt, dass Eltern meist nicht bewusst sind, wie bereit Kleinkinder für das Lernen von Zahlen sind. Eltern hören sehr viel darüber, wie wichtig Lesen für kleine Kinder ist, aber eine frühe Einführung in die Mathematik spielt eine ähnlich entscheidende Rolle.

Die Forschung hat gezeigt, dass frühzeitige Begegnungen mit mathematischen Konzepten einen deutlichen Unterschied in den späteren mathematischen Erfolgen eines Kindes bewirken können.

Die gute Nachricht lautet: Einführungen in die Mathematik lassen sich ohne besonderen Aufwand in den Alltag deines Kindes einbauen. Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Mathematik in unserer Umgebung zu entdecken und zu thematisieren. Dabei ist es wichtig, Mathematik so bewusst wie Sprache zu behandeln, damit sie ein regelmäßiger, vertrauter Bestandteil des Tages deines Kindes wird.

Vorschläge für die integration von Mathematik im Alltag deines Kleinkindes:

Zählt jeden Tag

Durch das Zählen wird dein Kind mit dem Konzept vertraut gemacht, dass es Zahlwörter gibt, die zu bestimmten Mengen gehören. „Ich gebe dir fünf kleine Kekse – eins, zwei, drei, vier, fünf!“ Zählt, wie viele Clementinen ihr im Laden kauft, oder wie viele Knöpfe deine Bluse hat. Zählt alles!

Fachleute für Mathematik bei jungen Kindern empfehlen, Zahlwörter möglichst oft in einer Folge einzusetzen. Statt „Ich lege acht Clementinen in das Netz“, sagst du also: „Hier kommen die Clementinen: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Clementinen.“

Dein Kind lernt zudem besser, wenn es körperlich an diesem Vorgang beteiligt ist. Bitte dein Kind, dir zu helfen, indem es jede Clementine beim Zählen in das Netz legt. Oder lege die Hände oder Finger deines Kindes beim Zählen auf jeden einzelnen Gegenstand.

Ab ungefähr zwei Jahren beginnt dein Kind vielleicht, selbst zu „zählen“. Es listet dann Zahlwörter in der (mehr oder weniger) richtigen Reihenfolge auf und zeigt auf Gegenstände.

Dabei macht es jedoch zunächst vor allem dein Zählen nach und stellt noch keine Verbindung zwischen der tatsächlichen Menge und dem Zahlwort her, das es dazu sagt. Später, mit ungefähr drei oder vier Jahren, wird es das Konzept der sogenannten „Eins-zu-eins-Zuordnung“ schon besser verstehen: ein Ball gehört zur Zahl eins, und zwei Bälle kann man „eins, zwei“ zählen.

Macht spielerische Vergleiche: Menge, Größe und Form

Vergleiche gemeinsam mit deinem Kind Mengen im Alltag: Verwende dazu Wörter wie mehr, weniger und gleichviel. Außerdem hilft es, deinem Kind die Konzepte von „kein“ und „Null“ vorzustellen: „Du hast mehr Wasser als ich. Mein Wasser ist fast ganz weg. Sieh mal, was passiert, wenn ich es trinke: Jetzt ist mein Glas leer. Ich habe jetzt kein Wasser.“

Ihr könnt auch gleiche Gegenstände in unterschiedlichen Größen vergleichen: ein Esslöffel und ein Teelöffel aus demselben Set oder ein kleiner und ein großer Stapelbecher in derselben Farbe sind ideal zum Vergleichen.

Auch Formen sind ein gutes Thema für Vergleiche: „Dieser Ball ist rund wie die Orange da drüben. Dieses Säckchen ist ein Kreis und dieses ein Dreieck.“

Weise auf Muster hin

Father hugging a toddler while looking at a plate full of berries

Muster sind eines der Fundamente der Mathematik. Wenn dein Kind ein gestreiftes T-Shirt anhat, kannst du das Streifenmuster beschreiben: blau, rot, blau, rot. Ihr könnt auch gemeinsam Muster entwickeln, indem ihr unterschiedliche Lebensmittel anordnet: Heidelbeere, Himbeere, Heidelbeere, Himbeere.

Musik

Auch Musik steckt voller Mathematik: der Takt, der Rhythmus, sogar die Silben in den Liedtexten. Im Takt zu tanzen oder den Körper zu bewegen, kann deinem Kleinkind helfen, Strukturen und Muster zu erkennen. Muster und Abfolgen spielen eine zentrale Rolle bei den mathematischen Konzepten von Kleinkindern. Klatsche einfache Muster mit deinem Kind. Klatsche dazu erst nur einmal, damit dein Kind versteht, dass es dich nachmachen soll. Klatsche dann zweimal hintereinander, sodass ein Takt entsteht usw. Kann dein Kind dein Muster nachklatschen?

Denke daran, dass Mathematik in diesem Alter vor allem Muster, Folgen, Routinen, Beobachtungen und Vergleiche bedeutet. Sie alle sind die Vorläufer für den sogenannten „Zahlensinn“. Präzises Zählen – und das Verständnis dafür, was die Zahlen eigentlich bedeuten – kommt später.

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