13 - 15 Monate

Lass dich auf diese Phase ein und die Zeit mit deinem Kleinkind wird 100-mal besser von Jessica Rolph, CEO von Lovevery

Jessica Rolph, Co-founder and CEO of Lovevery, in the kitchen with her daughter stirring liquid in a bowl

Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass dein Kind jetzt immer häufiger Dinge selbst probieren oder machen möchte Es möchte die Hand in einen Becher mit Wasser stecken und es auf dem Tisch verteilen. Es möchte Schranktüren öffnen und schließen, eurem Haustier einen Snack geben und den Fußhebel am Mülleimer bedienen.

Diese neue Selbständigkeit ist einerseits spannend, bringt aber in der Praxis auch Herausforderungen mit sich. Denn dadurch verändert sich die Dynamik in eurem Haushalt. Früher schlief dein Kind friedlich in seiner Babywippe und du konntest in Ruhe die Wäsche fertig machen, deine E-Mails ansehen und den Laden insgesamt am Laufen halten. Jetzt gibt es mehr Unordnung und Dreck, alles braucht deutlich länger und Aufgaben lassen sich nicht mehr so einfach erledigen wie früher.

Damit diese Phase für euch beide weniger frustrierend verläuft, musst du neu definieren, worum es beim „Dinge erledigen“ geht. Kleinkinder möchten gerne alles, was sie tun, endlos wiederholen. Sie möchten Sachen auseinandernehmen und wieder zusammensetzen Messbare Ergebnisse sind dabei kein Thema. Dennoch „erledigst“ du mit deinem Kind gerade jetzt etwas ganz Wichtiges: Du unterstützt es beim Lernen. Das ist eine langfristige Sache.

Mit diesen mantras verläuft das leben mit kleinkindern angenehmer für alle beteiligten:

Versuche, nichts für dein Kind zu tun, was es selbst machen kann

Dies erfordert mehr Zeit und viel Geduld, aber lass dein Kind Dinge ausprobieren. Dein Kind kann mehr als du denkst, vor allem wenn es die Gelegenheit bekommt.

Freiheit zum Entdecken in diesem Alter bewirkt später einen großen Unterschied

Die Forschung hat gezeigt, dass die Freiheit zum Entdecken, die Kinder haben, sich auf ihre späteren kognitiven Fähigkeiten auswirkt.

Es ist gut für das Gehirn deines Kindes, wenn es möglichst viele Gelegenheiten bekommt, die wirkliche Welt ohne Einschränkungen zu erfahren, zum Beispiel beim Herumwühlen in Schubladen und Schränken (mit ungefährlichem Inhalt), beim Spielen mit Steinen draußen und wenn es sich selbst füttert oder die Zahnpasta aus der Tube auf die Bürste drückt. Denn dabei kann dein Kind seine Fähigkeiten zum Problemlösen entwickeln.

Wiederholung bedeutet Lernen

Für Kleinkinder ist Wiederholung etwas anderes als für uns. Jedes Mal, wenn sie etwas wiederholen, machen sie nämlich eine neue Erfahrung, fügen sie eine neue Schicht des Entdeckens und des Wissensaufbaus hinzu Sie möchten gerne dasselbe Buch immer wieder lesen oder eine Schranktür öffnen und schließen, ohne dass dabei etwas Messbares „herauskommt“.

Brich aus dem Kreislauf „Reagieren und Kontrollieren“ aus

Young child closing the kitchen trashcan.

Der Forschungsdrang deines Kleinkindes kann es gelegentlich in gefährliche, dreckige oder unangenehme Situationen bringen. Denke also voraus und versuche, dies möglichst zu vermeiden. Mach dir bewusst, dass das Gehirn deines Kindes nach Erfahrungen aus dem wirklichen Leben verlangt. Dein Kind möchte mit allem interagieren, was es um sich herum sieht, und mit seinen zunehmend entwickelten Sinnen herausfinden, was Dinge sind und wie sie funktionieren.

Schaffe bewusst sichere und interessante Möglichkeiten, dein Kind in deine Aktivitäten einzuschließen. Du könntest es zum Beispiel die Bananenscheiben für den Smoothie schälen und in den nicht eingesteckten Mixer werfen lassen.

Gib deinem Kind Wahlmöglichkeiten

Dein Kind möchte Dinge selbst tun, aber in den meisten Situationen triffst immer noch du die Entscheidungen für dein Kind. Finde Gelegenheiten, wo dein Kind etwas entscheiden kann. Du könntest es beispielsweise fragen, ob es Apfelmus oder lieber einen Joghurt möchte und beide Optionen hochhalten.

Wenn dein Kind darauf aus ist, Dinge selbst auszuprobieren, kann sein Gehirn ein differenzierteres Verständnis für die Welt entwickeln. Ein bisschen die Kontrolle abzugeben, kann für dich und dein Kind befreiend sein.

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